Bülowius, Karl

 

* 2. März 1890, Königsberg

† 27. März 1945, USA (Selbstmord)

 

Karl Bülowius trat am 26. November 1907 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum Ostpreußisches Pionier-Bataillon Fürst Radziwill Nr. 1. In diesem wurde er nach dem Besuch der Kriegsschule Glogau am 19. Juni 1909 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den gleichen Tag datiert. Als solcher wurde er dann anfangs als Kompanieoffizier im Ostpreußisches Pionier-Bataillon Fürst Radziwill Nr. 1 eingesetzt. Am 1. Oktober 1911 wurde er dann für etwas mehr als anderthalb Jahre zur Militärtechnischen Akademie kommandiert. Im Sommer 1913 kam er wieder zum Ostpreußisches Pionier-Bataillon Fürst Radziwill Nr. 1 zurück. Anfang 1914 wurde er dann zum Militär-Reit-Institut kommandiert. Bei der Mobilmachung für den 1. Weltkrieg kam er dann im Sommer 1914 wieder zum Ostpreußisches Pionier-Bataillon Fürst Radziwill Nr. 1 zurück. Als Zugführer kam er dann mit seinem Bataillon an die Front. Im Herbst 1914 wurde er dann zum Führer der Minenwerfer-Kompanie vom I. Armeekorps ernannt. Ab Anfang 1915 wurde er dann als Adjutant beim Kommandeur der Pioniere vom I. Armeekorps eingesetzt. Als solcher wurde er am 18. Juni 1915 zum Oberleutnant befördert. Ab Ende August 1916 wurde er dann für fast ein Jahr als Führer der Pionier-Kompanie 213 eingesetzt. Mitte August 1917 wurde er dann als Führer der Pionier-Kompanie 205 beim Asien-Korps in Palästina eingesetzt. Als solcher wurde er am 18. Mai 1918 zum Hauptmann befördert. Im Sommer 1918 absolvierte er dann seine Generalstabsausbildung. Das Kriegsende erlebte er dann als Kompanieführer im Badisches Pionier-Bataillon Nr. 14. Im Ersten Weltkrieg wurde er neben beiden Eisernen Kreuzen noch mit einigen anderen Orden ausgezeichnet. Nach dem Krieg wurde er als Hauptmann in das Reichsheer übernommen. Beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 gehörte er dann als Kompanieführer zum Reichswehr-Pionier-Bataillon 20. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann als Kompaniechef in das 1. (Preuß.) Pionier-Bataillon übernommen. Zum 31. Dezember 1920 wurde er aus der Reichswehr verabschiedet.

Am 1. Juni 1924 trat er dann wieder in die Reichswehr ein. Er wurde dabei zum Chef der Brückenkolonne vom 1. (Preuß.) Pionier-Bataillon in Königsberg ernannt. Sein Rangdienstalter als Hauptmann wurde dann auf den 1. April 1926 festgelegt. Am 1. April 1928 wurde er dann für zweieinhalb Jahre zur Kommandantur Insterburg versetzt. Am 1. Oktober 1930 wurde er dann in die 3. Eskadron vom 7. (Preuß.) Reiter-Regiment nach Lüben versetzt. Von dieser wurde er zur Infanterieschule nach Dresden kommandiert. Dort wurde er dann die nächsten vier Jahre eingesetzt. Am 1. Oktober 1931 wurde er dann in die 4. Eskadron vom 7. (Preuß.) Reiter-Regiment ebenfalls in Lüben versetzt, blieb aber weiter zur Infanterieschule Dresden kommandiert. Am 1. April 1934 wurde er dort auch zum Major befördert. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 zum Kommandeur vom Pionier-Bataillon Lyck ernannt. Bei der Enttarnung der Verbände wurde er dadurch am 15. Oktober 1935 zum Kommandeur vom Pionier-Bataillon 11 in Lyck ernannt. Als solcher wurde er zum 1. August 1936 zum Oberstleutnant befördert. Am 6. Oktober 1936 gab er sein Kommando ab und wurde dafür zum Kommandeur vom Festungs-Pionier-Stab 6 in Küstrin ernannt. Später wurde mit seinem Stab nach Sternberg in der Neumark verlegt. Als solcher wurde er dann Anfang Januar 1939 zum Oberst befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. März 1938 festegelegt. Am 1. Februar 1939 gab er sein Kommando ab. Er wurde dafür zum Festungs-Pionier-Inspekteur X in Breslau ernannt. Bereits im Frühjahr 1939 wurde er dann durch die Umbenennung seines Stabes zum Festungs-Pionier-Kommandeur X ebenfalls in Breslau ernannt. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg wurde er dann im Sommer 1939 zum Kommandeur vom Oberbaustab 10 ernannt. Ende Oktober 1939 gab er sein Kommando bereits wieder ab. Er wurde dafür jetzt zum Armee-Pionierführer (A.Pi.Fü.) der 8. Armee ernannt, wobei er nicht die Verlegung in den Westen mitmachte, sondern als Armee-Pionier-Führer beim Oberbefehlshaber Ost, Generaloberst Johannes Blaskowitz, verblieb. In dieser Funktion befand er sich auch noch bei Beginn des Westfeldzuges im Frühjahr 1940. Bereits wenige Tage später wurde er dann aber bei der Umgliederung des Stabes zum Armee-Pionierführer der 9. Armee ernannt. In dieser Funktion wurde er dann mehr als zwei Jahre eingesetzt. Als solcher nahm er dann auch zum Sommerbeginn 1941 beim Angriff auf Mittelrussland teil. Dabei wurde er zum 1. April 1942 zum Generalmajor befördert. Im Oktober 1942 wurde er abgelöst. Dafür wurde er jetzt zum Armee-Pionier-Führer der Panzerarmee Afrika ernannt. Damit wurde er jetzt auf dem afrikanischen Kriegsschauplatz eingesetzt. Am 30. November 1942 wurde ihm für seine vorherige Tätigkeit bei der 9. Armee noch das Deutsches Kreuz in Silber verliehen. Mitte Februar 1943 wurde er dann für fast eine Woche sogar mit der Armeeführung der Panzerarmee Afrika beauftragt. Nach deren Umbenennung zur Heeresgruppe Afrika wurde er dann auch zum General der Pioniere dieses Oberkommandos ernannt. Ende März 1943 wurde er außerdem auch noch mit der Führung der Division von Manteuffel beauftragt. Am 1. April 1943 wurde er zum Generalleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. März 1943 festgelegt. Anfang Mai 1943 geriet er dann bei Tunis in westalliierte Gefangenschaft. Er wurde dann in die Vereinigten Staaten verschifft und dort in den Südstaaten gefangen gehalten. In dieser soll er sich dann nur wenige Wochen vor Ende des Krieges das Leben genommen haben.