Bomben
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Sc 50, Sc 250, Pc 500, Sc 500, Sc 1000, Sc 1800 |
Vom militärischen Gesichtspunkt aus erfolgt die Einteilung und Bezeichnung der Abwurfmunition ihrem Verwendungszweck nach in
I. Sprengbomben
II. Brandbomben
III. Sonder-Abwurfmunition
IV. See-Abwurfmunition
V. Abwurfbehälter
Innerhalb dieser großen Gruppen unterscheidet man ihrer Wirkung nach die verschiedensten Bombenarten, und zwar bei den
I. Sprengbomben
I.a Großladungsbomben (SB-Bomben)
Charakteristik: Sehr dünnwandige Bombenkörper mit ungefähr 75%
Sprenhgstoffanteil. Im Landeinsatz mit ausschließlicher o.V.-Wirkung gegen
Bauten u.ä. zu werfen. (Im Einsatz gegen Seeziele auch m.V.-Wirkung möglich und
Zweckmäßig.)
Benennung: "SB" mit Gewichtsangabe in kg, z.b. SB 2500.
Kennzeichnung: 2 gelbe Striche auf jedem Leitwerk
I.b Minenbomben (SC-Bomben)
Charakteristik: Dünnwandige Bombenkörper mit ungefähr 50% Sprengstoffanteil.
Hauptsächlich Spren- (Minen-) Wirkung zur Bekämpfung fester Bauten. Die
Splitterwirkung tritt hinter der Minenwirkung zurück.
Benennung: "SC" mit Gewichtsangabe in kg, z.B. SC 500
Kennzeichnung: 1 gelber Strich auf jedem Leitwerksquadranten
I.c Splitterbomben (SD-Bomben)
Charakteristik: Dickwandige Bomben bis 500 kg Gewicht mit ungefähr 30%
Sprengstoffanteil. Hauptsächlich Splitterwirkung zur Bekämpfung lebender und
ungeschützter Ziele (marschierende Kolonnen, abgestellte Flugzeuge usw.).
Benennung: "SD" mit Gewichtsangabe, z.B. SD 250.
Kennzeichnung: 1 roter Strich auf jedem Leitwerksquadranten.
Eine Sondergruppe innerhalb der Splitterbomben bilden die Betonbomben "SBe-Bomben".
Um eine mit Sprengstoff gefüllte zylindrische Büchse liegt der Bombenkörper aus
Beton, welcher durch eingebetteten Eisenschrott wirksame Splitter abgibt.
Kennzeichen dieser Bomben: grüner Anstrich.
I.d Panzerbomben (PC-Bomben)
Charakteristik: Starkwandige Bomben größeren Kalibers aus hochwertigem Stahl,
demgemäß hohe Bruchfestigkeit und Durchschlagsleistung mit ungefähr 15-20%
Sprengstoffanteil zur Bekämpfung panzergeschützter Ziele, z.B. Kriegsschiffe,
Festungswerke.
Benennung: "PC" mit Gewichtsangabe in kg, z.B. PC 1000.
Kennung: 1 blauer Strich auf jedem Leitwerksquadranten.
I.e Panzerdurchschlagsbomben
Charakteristik:
a) PC-Bomben mit Antrieb (z.B. PC 1000 RS)
Sehr dickwandige kurze Bombenkörper mit weniger als 15% Sprengstoffanteil und
RS-Antrieb im verlängerten Heckteil. Nur im steilen Sturz anwendbar, erzielen
sie durch die zusätzlich gesteigerte Auftreffwucht größte Durchschlagsleistung
gegen gepanzerte Ziele.
b) PD-Bomben (z.B. PD 500)
Sehr dickwandige Bombenkörper mit weniger als 10% Sprengstoffanteil. Durch
Verwendung von Höchstleistungssprengstoffen wird der geringe Sprengstoffanteil
wirkungsmäßig ausgeglichen. Die ballistich günstige Form erreicht im
Horizontalflug aus Höhen von mindestens 4000 m geworfen die bisher größte
Durchschlagsleistung entsprechend gleicher Kaliber der PC und PC-RS-Bomben.
Wurf im Sturzflug ist wegen zu geringer Auftreffgeschwindigkeit zwecklos.
Kennzeichnung: 1 blauer Strich zwischen jeder Leitwerksfläche.
II. Brandbomben
Brandbombenkörper enthalten als Hauptfüllung einen beim Aufschlag unter großer Wärmeentwicklung abbrennende Masse oder leicht entflammbare Flüssigkeit. Ihr Einsatz erfolgt hauptsächlich gegen Gebäude und soll, meist im Massenwurf geworfen, das Entstehen vieler anhaltender Brandherde verursachen. Es wird unterschieden zwischen
II.a Elektronbrandbomben
Elektronbrandbomben sind zylindrische, durch ein Leitwerk stabilisierte Körper
mit einer Elektronhülle als brennbare Substanz und einem Heizsatz aus Thermit.
Benennung:
B zur Kennzeichnung als Brandbombe dieser Art (z.b.) 1 als Gewichtsangabe
E als Kennzeichen für Elektron (löst die bisherige Bezeichnung EI ab, um
Verwechslungen mit El = Elektrisch zu vermeiden.)
Z gegebenenfalls als Kennzeichen dafür, daß die Bombe noch einen zusätzlichen
Sprengkörper enthält, z.B. B 1 E, B 1 EZ, B 1,3 E
Kennzeichen: Infolge der Eigenart der Bombenform nicht erforderlich.
II.b Elektronfreie Brandbomben
Zylindrische oder minenbombenförmige Körper mit Füllung aus chemischen
Brandstoffen im Gewicht von 3 kg und schwerer.
Benennung:
Brand zur Kennzeichnung dieser Art
(z.B.) 4 als Gewichtsangabe
oder
(z.B.) C 50 als Angabe der Zuordnung in Form und Aufhängeart zu der
entsprechenden Minenbombe
(z.B.) NA gegebenenfalls als zusätzliches Kennzeichen für den Füllstoff, als
z.B. Brand 4 Na oder Brand C 50
Kennzeichen: 1 roter Ring um den Bombenkörper
Bemerkung: Als Abart ist eine Sprengbrand C 50 entwickelt, deren Körper einen
zusätzlichen Sprengsatz enthält.
Kennzeichen: 1 roter Ring um den Bombenkörper und je einen gelben Strich auf
jedem Leitwerksquadranten.
III. Sonder-Abwurfmunition
Diese Bombenarten stellen Sonderkonstruktionen zur Durchführung bestimmter
Aufgaben dar. Die Eigenart jeder dieser Bombenarten ist durch einen besonderen
Anfangsbuchstaben bzw. Abkürzung gekennzeichnet. Fällt die Bombe stabil und ist
sie abwurfwaffenmäßig einer bestimmten Minenbombenart zugeordnet, so weist
hierauf die weitere Bezeichnung wie C 50, C 250 usw hin. Diese entspricht also
nicht immer dem Gewicht.
Hierzu gehören z.B.
ZC 50 usw als Zementbomben (für Wurfübungen)
NC 50 usw als Nebelbomben
Bl C 50 als Blitzlichtbomben
LC 50 als Leuchtbombe
Bomben mit besonderen Kurznamen sidn z.B. Lux als Seenotbomben.
IV. See-Abwurfmunition
Aus Abwurfwaffen gegen See einzusetzende Munition mit Spezialvorrichtungen
zum Zwecke der Schiffsbekämpfung. Hierzu gehören z.B.
LM 0 (Luft-) Minen
LT = (Luft-) Torpedo
Da diese in ihrer Behandlung und Anwendung ein umfangreiches Sondergebiet
darstellen, für welches Sondervorschriften bestehen, sind sie in dieser
Vorschrift nicht behandelt.
V. Abwurfbehälter
Die Bomben unter 50 kg gelangen in Zukunft grundsätzlich aus Abwurfbehältern
zum Einsatz. Abwurfbehälter sind zwei- oder mehrschalige Hohlkörper
(gegebenenfalls mit Inneneinrichtungen zum Festlegen der eingefüllten Bomben),
welche je nach der Angriffsart eine verschieden lange Strecke geschlossen
durchfallen und über einen Zeitzünder (hier Öffnungszünder genannt) im
geforderten Augenblick zerlegen und ihren Inhalt freigeben.
Die Abwurfbehälter entsprechen in ihrer Aufhängemöglichkeit und z.T. auch in
ihrer Form und Ballistik einem bestimmten Bombenkaliber, welches ihnen die
Hauptbezeichnung gibt, also AB 70, AB 250, AB 500, AB 1000.
Innerhalb dieser Grundarten gibt es verschiedene Ausführungsformen (z.B.
Rahmengestelle für den Tiefangriff oder Körper in ballistisch durchgebildeter
Form für den Hochangriff), was in der dahinter stehenden Entwicklungsnummer zum
Ausdruck kommt.
Also z.B.
AB 70-1 oder AB 70-4, ersetzen den AB 50 SD 1
AB 70-3, ersetzt den AB 24 t SD 2, Rost 24 und Vemag 90 D 2
AB 70-5, ersetzt den AB 23 D 2
AB 250-1, AB 250-2 und AB 500-1, ersetzt den ABB 500
AB 1000-2, ersetzt den BSB 1000
Im Allgemeinen sind für jede Abwurfbehälterart verschiedene Füllmöglichkeiten
vorgesehen. Einzelne Spezialausführungen sind nur für eine Bombenart bestimmt.
Die einfachste Form, mehrere Bomben zusammengefaßt aus der Abwurfwaffe eines
größeren Kalibers zu werfen, ist das (Abwurf-) Bündel. Es besteht aus einem
schellenförmigen Band mit Aufhängeöse und elektrisch-pyrotechnischem
Öffnungszünder, der die Zerlegung nach einer bestimmten Fallzeit bewirkt. Eine
Windschnittige Kopfverkleidung verringert den Luftwiderstand bei
Außenaufhängung.
(aus: L.Dv.4200)
Sprengbomben
| Bezeichnung | Gewicht in kg | Durchmesser in mm | Länge in mm | Sprengstoff in kg |
| SC 10 | 10 | 86 | 585 | 4,2 |
| SC 50 | 50 | 200 | 1095 | 25 |
| SC 50 als Wasserbombe | 50 | 200 | 1095 | 25 |
| SC 250 | 250 | 368 | 1615 | 135 |
| SC 250 als Wasserbombe | 250 | 368 | 1615 | 135 |
| Stabo 50, 70 und 250 | wie SC 50, SD 70 und SC 250 | wie SC 50, SD 70 und SC 250 | Stabo 50: 1497 Stabo 250: 2240 |
wie SC 50, SD 70 und SC 250 |
| SC 500 | 500 | 470 | 2022 | 270 |
| SC 1000 | 1000 | 654 | 2800 | 530 |
| SC 1800 | 1800 | 660 | 3500 | 1000 |
| SC 2000 | 2000 | 660 | 3500 | 1200 |
| SC 2500 | 2450 | 829 | 3895 | 1700 |
| SC 500 J | 500 | 470 | 1975 | 245 |
Splitterbomben
| Bezeichnung | Gewicht in kg | Durchmesser in mm | Länge in mm | Sprengstoff in kg |
| SD 1 | 1 | 50 | 350 | 0,2 |
| SD 2 | 2 | 78 | 303 | 0,225 |
| SD 4/HL | 4 | 90 | 315 | 0,35 |
| SD 4/HL RS | 10,3 | 90 | ? | 0,35 |
| SD 9/HL | 9 | 120 | 310 | 0,85 |
| SD 50 | 50 | 200 | 1090 | 16 |
| SD 70 | 70 | 200 | 1280 | 21 |
| SD 70 als Wabo | 70 | 200 | 1280 | 21 |
| SD 250 | 250 | 368 | 1938 | 80 |
| SD 500 | 500 | 369 | 2007 | 142 |
| SD 1400 | 1400 | 563 | 2840 | 325 |
| SD 1700 | 1700 | 660 | 3300 | 705 |
| SD 500 A | 500 | 447 | 2022 | 165 |
| SD 500 E | 396 | 1740 | 1740 | 110 |
Panzersprengbomben
| Bezeichnung | Gewicht in kg | Durchmesser in mm | Länge in mm | Sprengstoff in kg |
| PC 500 | 500 | 395 | 2007 | 98 |
| PC 1000 | 1000 | 500 | 2100 | 160 |
| PC 1000 RS | 1000 | 398 | 2220 | 65 |
| PC 1000 RS-A | 1000 | 398 | 2220 | 65 |
| PC 1400 | 1400 | 562 | 2836 | 200 |
| PC 1600 | 1600 | 660 | 3185 | 280 |
| PC 1600 A | 1600 | 660 | 3185 | 280 |
| PC 1000 RS-A | 1600 | 660 | 3185 | 280 |
| PC 1800 RS | 1800 | 536 | 2690 | 2200 |
Panzerdurchschlagsbomben
| Bezeichnung | Gewicht in kg | Durchmesser in mm | Länge in mm | Sprengstoff in kg |
| PD 500 | 500 | 276 | 2100 | 32 |
Minenbomben
| Bezeichnung | Gewicht in kg | Durchmesser in mm | Länge in mm | Sprengstoff in kg |
| SB 1000 | 1000 | 654 | 2800 | 850 |
| SB 1800 | 1800 | 660 | 3500 | 1500 |
| SB 2500 | 2500 |
Leuchtbomben
| Bezeichnung | Gewicht in kg | Durchmesser in mm | Länge in mm | Sprengstoff in kg |
| BL C 50 | 37,5 | 200 | 1088 | 25,2 (28 Leuchtkerzen) |
Brandbomben
| Bezeichnung | Gewicht in kg | Durchmesser in mm | Länge in mm | Sprengstoff in kg |
| B1 | 1,1 | 50 | 350 | 0,2 |
| B2 | 2,2 | 50 | 595 | 0,5 |
| Sprengbrand SC 50 | 50 | 228 | 1100 | 6 |
| B4 | 4,2 | 80 | 700 | 1,2 |
| B10 | 11 | 115 | 1070 | 3,5 |
| B C 50 | 45 | 200 | 1095 | 19 |
| B C 250 | 185 | 368 | 1938 | 80 |
| B C 500 | 315 | 470 | 2007 | 160 |